Paul Gordan

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Biography

Paul Albert Gordan was a German mathematician known for work in invariant theory and for the Clebsch–Gordan coefficients and Gordan's lemma. He was called "the king of invariant theory".

"Das ist keine Mathematik; das ist Theologie."

Paul Gordan

"Ich habe mich davon überzeugt, daß die Theologie auch nützlich sein kann."

Paul Gordan

"Hilberts Doktor-Vater Ferdinand Lindemann nannte diesen Existenzbeweis „unheimlich“ und Paul Gordan meinte (zitiert nach Otto Blumenthal ‚ Lebensgeschichte‘ in Hilberts ‚Gesammelten Abhandlungen‘, Band 3 (Berlin 1935), S. 388–429, dort S. 394): „Das ist keine Mathematik; das ist Theologie.“ Etwas später milderte Gordan seinen Ausspruch etwas ab und meinte: „Ich habe mich davon überzeugt, daß die Theologie auch nützlich sein kann“. Aber es gab auch viele Mathematiker, die sich nicht überzeugen ließen. Oskar Becker (1889–1964) beispielsweise reagierte sehr heftig und bezeichnete den Hilbert’schen Beweis des Basis-Satzes als „Schleichweg einer Schein-Konstruktion“ (O. Becker in: ‚Mathematische Existenz‘, 1927, op. cit., S. 471)."

Paul Gordan

"Der Beweis des Hilbertschen Satzes und anderer Sätze ist sehr abstrakt, aber an sich ganz einfach und darum logisch zwingend. Eben darum leitet diese Arbeit von Hilbert eine neue Epoche der algebraischen Geometrie ein. Ebenso einfach ist dann auch die Anwendung auf die Invariantentheorie, die ich hier noch weniger zergliedern kann. Die ganze Frage der Endlichkeit der Invarianten, welche Gordan seinerzeit nur mit umfangreichen Rechnungen für binäre Formen hatte erledigen können (vgl. oben S. 308), wird hier mit einem Schlage für Formen mit beliebig vielen Veränderlichen gelöst. Ihrer Eigenart entsprechend wurde diese Arbeit zunächst mit sehr verschiedener Stimmung aufgenommen. Mich hat sie damals bestimmt, Hilbert bei nächster Gelegenheit nach Göttingen zu ziehen. Gordan war anfangs ablehnend: „Das ist nicht Mathematik, das ist Theologie.“ Später sagte er dann wohl: „Ich habe mich überzeugt, daß auch die Theologie ihre Vorzüge hat.“ In der Tat hat er den Beweis des Hilbertschen Grundtheorems selbst später sehr vereinfacht (Münchener Naturforscherversammlung 1899)."

Paul Gordan

"The proof of this theorem of Hilbert's and of others is very abstract, but in itself quite simple and hence logically compelling. And for just this reason this work of Hilbert's ushered in a new epoch of algebraic geometry. But application to invariant theory is just as simple, but I can analyze it here even less. The whole question of the finiteness of the invariants, which Gordan had been able to solve for binary forms only by means of comprehensive calculations (see p. 290), is here solved, with one stroke, for forms with arbitrarily many variables. Because of its uniqueness, this work was first received with very diverse reactions. I had then resolved to draw Hilbert to Goettingen at the earliest opportunity. Gordan at first declined, saying, "It is not mathematics, it is theology" But later he said: "I have convinced myself that even theology has its merits". In fact, Gordan himself later on much simplified Hilbert's basic theorem (Muenchener Naturforscherversammlung 1899)."

Paul Gordan

"A queer fellow, impulsive and one-sided. A great walker and talker - he liked that kind of walk to which frequent stops at a beer-garden or a cafe belong. Either with friends, and then accompanying his discussions with violent gesticulations, completely irrespective of his surroundings; or alone, and then murmuring to himself and pondering over mathematical problems; or if in an idler mood, carrying out long numerical calculations by heart. There always remained something of the eternal "Bursche" of the 1848 type about him – an air of dressing gown, beer and tobacco, relieved however by a keen sense of humor and a strong dash of wit. When he had to listen to others, in classrooms or at meetings, he was always half asleep."

Paul Gordan

"His strength rested on the invention and calculative execution of formal processes. There exist papers of his where twenty pages of formulas are not interrupted by a single text word; it is told that in all his papers he himself wrote the formulas only, the text being added by his friends."

Paul Gordan

"Gordan - anfänglich diesen begrifflichen Deduktionen gegenüber mehr ablehnend: „das ist keine Mathematik, das ist Theologie!" - ist dann zweimal (53), (69) dem diesem Beweise zugrunde liegenden Hilbertschen Endlichkeitssatze nähergetreten, indem er die gegebenen Formen F nach verschiedenen Kriterien in eine Reihe anordnete, die das Bilden eines endlichen Moduls aus ihnen deutlich machte; das erstemal in komplizierterer Weise speziell für die Invariantenformen, das zweitemal allgemein und einfach."

Paul Gordan

"38 Jahre von 1874 an hat Gordan in Erlangen verbracht. Sie sind für ihn gleichmäßig verlaufen: täglich Vorlesungen, Arbeit, und die unentbehrlichen Spaziergänge entweder mit Mitarbeitern … in drastisch lebhaften Zwiegesprächen, unbekümmert um alle Umgebung, oder allein in tiefem Nachdenken und seine Gedanken im Kopfe so fertig verarbeitend, dass er seine Rechnungen zuhause fast ohne Striche [Streichungen] ausführen konnte."

Paul Gordan

"In seiner eigenen Wissenschaft war es weniger ein Vertiefen in fremde Arbeiten -- denn solche las er sehr wenig -, als ein Überblick über die inneren Zusammenhänge und ein instinktives Gefühl für die Wege und Ziele der mathematischen Bestrebungen, was ihn schon aus kleinen Andeutungen Wertvolles von Minderem scheiden lieb. Aber den auf die Grundlagen gehenden Begriffsentwicklungen ist Gordan nie gerecht geworden: auch in seinen Vorlesungen hat er alle Grunddefinitionen begrifflicher Art, selbst die der Grenze, vollständig gemieden. Sein Vorlesungsprogramm hat sich nur auf die Vorlesungen allgemeiner Art, gelegentlich auch auf binäre Formentheorie, erstreckt; die Übungen waren mit Vorliebe der Algebra entnommen. Über Jacobisches, so über Funktionaldeterminanten, trug er gern vor, nie über Funktionentheoretisches, höhere Geometrie oder Mechanik; auch ließ er keine Seminarvorträge halten. Die Vorlesungen wirkten wesentlich durch die Lebhaftigkeit der Ausdrucksweise und durch eine zum Selbststudium anregende Kraft, eher als durch Systematik und Strenge."

Paul Gordan

"Gordan, eine in sich geschlossene Individualität, war kräftig und einheitlich im Leben und in der Arbeit. Kein Neuerer in der Wissenschaft: er griff nur an, was seiner Art gemäß war; aber was er angriff, führte er nnermüdlich durch bis zu Ende. Aus dem Stoffe selbst heraus neue kombinatorische Methoden zu schaffen und seine Instrumente kräftig zu handhaben, das war sein mächtiges Können: er war Algorithmiker."

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